Kakao Sorten

Kakao Sorten

Die unterschiedliche Qualität von Schokolade ist in erster Linie von der Qualität ihrer Zutaten abhängig. Hochwertige Kakaobohnen verleihen Schokolade einen besonders milden und feinen Geschmack. Stammen die Bohnen zudem aus biologischem Anbau und sind mit dem Fair Trade Siegel versehen, kann der Schokoladengenießer sicher sein, dass sowohl beim Anbau und der Ernte, als auch während des Handels, hohe internationale Standards zum Schutz der Natur und zum Wohle der Produzenten eingehalten werden. In Deutschland findet man solch hochwertige Schokoladen im Bioladen, im Reformhaus oder gleich beim Feinkost Versand, der auch Kaviar und Weine verkauft.

Die Kakao-Bohnen der Uncrisproca Kooperative stammen aus Nicaragua. In dem Dorf Makantaka wurde diese Vereinigung 1997 gegründet. Uncrisproca achtet streng auf die Einhaltung aller Regeln des Fairen Handels. Entlang des Rio Grande befinden sich sechs Aufkaufstellen, von denen aus die Ernte mit Booten nach Managua transportiert wird. Von dort erfolgt der Export in die ganze Welt. Aus der Region La Cruz del Rio Grande in Nicaragua, stammt eine ganz besonders reine Kakaosorte. Für die meisten Familien dieser Kakaobauern stellt der Anbau und Handel von Kakao die wichtigste Existenzgrundlage dar. Alle Kleinbauern betreiben biologische Landwirtschaft. Umweltschädliche Dünger oder Pestizide sind strikt verboten. Das Ergebnis sind qualitativ äußerst hochwertige Kakaobohnen, die seit 2007 das Fair Trade Siegel tragen. Faire Mindestpreise und zusätzliche Sozialprämien zur Finanzierung besonderer Projekte, ermöglichen vielen Kleinbauern und ihren Kindern Zugang zu Bildung und gesundheitlicher Grundversorgung.

Die Kakao-Kooperative El Naranjillo wirkt in Peru. Dort, wo die Anden, der Pazifik und der Regenwald aufeinandertreffen, gedeihen die Pflanzen besonders edler Kakao-Sorten. Das Besondere ist hierbei, dass sich Pflanzen verschiedener Kakaosorten untereinander selbst bestäuben und somit immer wieder verändern, bzw. weiterentwickeln. Der verschiedenartige Geschmack einzelner Kakao-Ernten rührt also weder von den Bodenverhältnissen, noch vom Klima, sondern von der stetigen Vermischung des pflanzlichen Erbgutes her.

Cacao Nacional aus Manabi zählt zu den edelsten Sorten. Er wächst ausschließlich in Ecuador und wird gemäß den Fair Trade Bestimmungen und zu 100 Prozent ökologisch angebaut und gehandelt. Nur die Bauern mit der besten Kakaoqualität dürfen ihre Bohnen an die größeren Händler verkaufen. Die Bodenbeschaffenheit der einzelnen Anbaugebiete ist recht unterschiedlich. Deshalb findet man hier auch unterschiedlichste Aromen, die von blumigen Zitrus-Aromen bis zu vollmundigen, nussigen Noten reichen.

Talamanca Kakaobohnen stammen aus Panama und bestechen durch ihr wunderbares Aroma. Abseits der Hektik unserer modernen Welt wird der Kakao im Schutze des Regenwaldes auf traditionelle Art kultiviert. Die Kakaobauern rekrutieren sich zum größten Teil aus den ursprünglichen Regenwaldbewohnern. Diese Menschen leben noch heute im Einklang mit der Natur und haben ein feines Gespür für die Bedürfnisse der wertvollen Kakaopflanzen. Die Bauern haben sich in der Kakao-Kooperative „Cocabo“ zusammengeschlossen und kultivieren neben dem Kakao, auch Bananen und Ananas, zumeist in Mischkultur. Das Anbaugebiet der Cocabo- Kooperative befindet sich beinahe an der Grenze zu Costa Rica, im karibischen Teil Panamas. Die Gründung der Kooperative fand bereits 1950 statt und sie war die erste Vereinigung dieser Art überhaupt. Neben dem Anbau und Handel mit Kakao-Bohnen, stehen die landwirtschaftliche und soziale Bildung sowie umfassender Umweltschutz im Mittelpunkt aller Bestrebungen. Mitte 2006 erhielt Cocabo das Fair Trade Siegel und stabilisierte damit seine Marktchancen erheblich. Cocabo-Kakao ist wunderbar aromatisch und besitzt einen besonders zarten Schmelz.

Ende des 17. Jahrhunderts kamen erste Samen von Kakaopflanzen nach Brasilien. Heute wachsen direkt im Amazonasgebiet die leckersten Sorten. Die bewachsenen Weiten entlang des Amazonas sind noch heute das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde. Nachdem sich in der 70er Jahren entlang der Transamazonica, einer Schnellstraße, hunderttausende Brasilianer ansiedelten und mit umfangreichen Rodungen begannen, leidet die gesamte Region immer stärker unter den kontinuierlich fortschreitenden Schäden der Natur. Seit einigen Jahrzehnten versucht man, mit dem Anbau von Bio-Kakao wenigstens einen Teil dieser ökologischen Sünden wieder zu beheben. Die Pflanzen tragen zur Verbesserung des Bodens bei und helfen nachweislich bei der Verbesserung des Klimas. Außerdem haben sich Anbau und Handel mit ökologisch verträglichem Kakao zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Die Kakaobauernfamilien schützen durch ihre fleißige Arbeit den Regenwald und sichern sich langfristig ein einträgliches Einkommen.